19. - 24. Lebensmonat

Wortschatzstörungen

Kinder mit Wortschatzstörungen oder Wortschatzproblemen fallen häufig schon recht früh auf, da sie erst spät anfangen zu sprechen (“Late Talker”). Wichtige Anhaltspunkte dafür sind, dass das Kind mit 2 Jahren noch keine 50 Wörter im Alltag gebraucht und die Wörter nicht miteinander kombiniert (“Auto da”). In diesem Alter setzt üblicherweise der sogenannte Wortschatzspurt ein. Das heißt, dass in unglaublicher schneller Geschwindigkeit neue Wörter aufgenommen und zum Gebrauchswortschatz zugefügt werden. Bleibt diese Phase aus oder verläuft nur sehr langsam, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass Dein Kind ein “Late Talker” ist. 

Woran erkenne ich Wortschatzprobleme?

Es gibt im Bereich Wortschatz drei große Themenfelder, die auch in der Therapie behandelt werden. 

  • Der Umfang des Wortschatzes betrifft nötige Wörter wie Nomen (Bagger, Katze), Verben (fahren, trinken) und Adjektive/Adverbien (heiß, groß). Kinder greifen bei Unklarheiten gerne auf “machen”, “so” oder “Dings” zurück oder versuchen zu zeigen. Es ist also das Vorhandensein bestimmter Wörter gemeint.
 
  • Das nächste wichtige Lernthema im Bereich Wortschatz sind Oberbegriffe und Zuordnungen. Hunde und Katzen sind “Tiere”. Augen, Nase und Mund gehören alle zum “Gesicht”. Viele Kinder haben Probleme mit dieser Zuordnung zu einem Feld, es ist allerdings sehr wichtig für das sprachliche Netzwerk, welches sich im Gehirn bilden soll, um Automatisierungen zu erzeugen.
 
  • Dann gibt es noch die Wortfindungsstörungen, bei denen sich das Kind dem Wort über ähnlich klingende Laute annähert. Es könnte zum Beispiel “Elwe” anstelle von “Elbe” sagen. Bei länger andauernden Schwierigkeiten hat dieses evtl. Einfluss auf die Lese- und Rechtschreibfähigkeiten in der Schule.