5 Gründe warum korrigieren nichts bringt

Kindlicher Lauterwerb im Überblick

Ein Überblick über den kindlichen Lauterwerb kann helfen zu verstehen, wann welcher Laut gelernt wird und wie die Sprachentwicklung verläuft.

Ich versuche so leicht verständlich wie möglich zu erklären, wie das Lernen von Sprache auf kleinster Ebene funktioniert. 

Wann wird welcher Laut gelernt?

Aus den Tabellen von Professorin Annette V. Fox aus „Kindliche Aussprachestörungen“, Schulz-Kirchner Verlag

Hier werden nur Konsonanten aufgeführt, die Vokale werden von den meisten Kindern schon vor den ersten Wörtern beherrscht.

Sollte es bei der Aussprache oder der Bildung dieser Laute Probleme geben, spricht man von einer phonetischen Störung oder auch Artikulationsstörung. Gibt es jedoch Schwierigkeiten bei der Kombination verschiedener Laute in Silben oder Wörtern, so wird das als phonologische Störung bezeichnet. 

Kinder erlernen die Verwendung der Laute und deren Zusammensetzung in Wörter schrittweise. Diese sogenannten phonologischen Prozesse beginnen mit dem ersten Wort und entwickeln sich weiter bis sie ca. 4,11 Jahre alt sind.

Wann endet welcher Prozess?

Mit ca. 1,11 Jahren

Auslassung finaler Konsonanten und Auslassung von wortfinalen Konsonantenverbindungen (heiß, Hund)

Bis ca. 2,6 Jahre

Auslassung finaler Konsonanten, besonders der Laut [k]

Bis ca. 3,0 Jahre

Auslassung initialer Konsonanten und Konsonantenverbindungen

Bis 3,6 Jahre

Auslassung unbetonter Silben

Bis ca. 4,0 Jahre

Auslassung des [g] in der unbetonten Silbe /ge/ (auch das Präfix z.B. gemacht), Auslassung des finalen Konsonanten [l], Vorverlagerung [sch]

Angleichungsprozesse oder auch Assimilation genannt (d.h. die Kinder gleichen die Konsonanten innerhalb der Wörter einander an), Kontaktassimilation (Sonderfall, z.B. „grei“ statt „drei“, sollte nach spätestens drei Monaten überwunden sein), ansonsten ist es behandlungsbedürftig

Bis ca. 4,6 Jahre

Reduktion von Mehrfachkonsonanten (alle Konsonanten z.B. in „Straße“ sollten gesprochen werden), außerdem: entstimmlichen [b]  wird zu [p] z.B.

Das bedeutet: Mit 4,5 bis 4,11 Jahren sollten die phonologischen Prozesse überwiegend überwunden sein. Die letzten „normalen“ Prozesse sind Reduktion von Mehrfachkonsonanz und die Entstimmlichung.

Das Lernen und Überwinden dieser Prozesse geschieht größtenteils durchs Hören und Nachahmen. Daher ist es wichtig, dass Du ein gutes sprachliches Vorbild darstellst und viel mit Deinem Kind sprichst, damit es sich selbst schulen kann. 

Ein gutes sprachliches Vorbild sein: 5 Tipps, wie Du Dir wirklich sicher sein kannst.